Gesetze / Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung

PpUGV 2019

§ 6 Festlegung der Pflegepersonaluntergrenzen

(1) Für die folgenden pflegesensitiven Bereiche werden die folgenden Pflegepersonaluntergrenzen als Verhältnis von Patientinnen und Patienten zu einer Pflegekraft festgelegt, die unter Berücksichtigung der in Absatz 2 genannten Höchstanteile von Pflegehilfskräften auf den Stationen oder den intensivmedizinischen Behandlungseinheiten schichtbezogen einzuhalten sind:

1.
Intensivmedizin:
a)
in der Tagschicht: 2,5 zu 1; ab dem 1. Januar 2021: 2 zu 1,
b)
in der Nachtschicht: 3,5 zu 1; ab dem 1. Januar 2021: 3 zu 1,
2.
Geriatrie:
a)
in der Tagschicht: 10 zu 1,
b)
in der Nachtschicht: 20 zu 1,
3.
Unfallchirurgie:
a)
in der Tagschicht: 10 zu 1,
b)
in der Nachtschicht: 20 zu 1,
4.
Kardiologie:
a)
in der Tagschicht: 12 zu 1; ab dem 1. Januar 2020: 10 zu 1,
b)
in der Nachtschicht: 24 zu 1; ab dem 1. Januar 2020: 20 zu 1,
5.
Herzchirurgie:
a)
in der Tagschicht ab dem 1. Januar 2020: 7 zu 1,
b)
in der Nachtschicht ab dem 1. Januar 2020: 15 zu 1,
6.
Neurologie:
a)
in der Tagschicht ab dem 1. Januar 2020: 10 zu 1,
b)
in der Nachtschicht ab dem 1. Januar 2020: 20 zu 1,
7.
Neurologie Schlaganfalleinheit:
a)
in der Tagschicht ab dem 1. Januar 2020: 3 zu 1,
b)
in der Nachtschicht ab dem 1. Januar 2020: 5 zu 1,
8.
Neurologische Frührehabilitation:
a)
in der Tagschicht ab dem 1. Januar 2020: 5 zu 1,
b)
in der Nachtschicht ab dem 1. Januar 2020: 12 zu 1.

(2) Der Anteil von Pflegehilfskräften an der Gesamtzahl der Pflegekräfte darf die folgenden Grenzwerte in den folgenden pflegesensitiven Bereichen nicht überschreiten:

1.
Intensivmedizin:
a)
in der Tagschicht: 8 Prozent,
b)
in der Nachtschicht: 8 Prozent; ab dem 1. Januar 2020 findet keine Berücksichtigung von Pflegehilfskräften statt,
2.
Geriatrie:
a)
in der Tagschicht: 20 Prozent; ab dem 1. Januar 2020: 15 Prozent,
b)
in der Nachtschicht: 40 Prozent; ab dem 1. Januar 2020: 20 Prozent,
3.
Unfallchirurgie:
a)
in der Tagschicht: 10 Prozent,
b)
in der Nachtschicht: 15 Prozent,
4.
Kardiologie:
a)
in der Tagschicht: 10 Prozent,
b)
in der Nachtschicht: 15 Prozent; ab dem 1. Januar 2020: 10 Prozent,
5.
Herzchirurgie:
a)
in der Tagschicht: 5 Prozent,
b)
in der Nachtschicht findet keine Berücksichtigung von Pflegehilfskräften statt,
6.
Neurologie:
a)
in der Tagschicht: 10 Prozent,
b)
in der Nachtschicht: 8 Prozent,
7.
Neurologie Schlaganfalleinheit:
a)
in der Tagschicht findet keine Berücksichtigung von Pflegehilfskräften statt,
b)
in der Nachtschicht findet keine Berücksichtigung von Pflegehilfskräften statt,
8.
Neurologische Frührehabilitation:
a)
in der Tagschicht: 10 Prozent,
b)
in der Nachtschicht: 8 Prozent.

(3) Führt die Anwendung der Pflegepersonaluntergrenzen zu dem Ergebnis, dass für die auf einer Station oder in einer intensivmedizinischen Behandlungseinheit zu versorgende Patientenanzahl weniger als eine Pflegekraft vorgehalten werden müsste, ist die Anwesenheit mindestens einer Pflegefachkraft sicherzustellen.

(4) Sind auf einer Station verschiedene Pflegepersonaluntergrenzen einzuhalten, so gilt schichtbezogen die Pflegepersonaluntergrenze mit der niedrigsten Anzahl von Patientinnen und Patienten im Verhältnis zu einer Pflegekraft mit dem zugehörigen Grenzwert für den Anteil von Pflegehilfskräften. Abweichend von Satz 1 sind die Pflegepersonaluntergrenzen nach Absatz 1 Nummer 1 neben den Pflegepersonaluntergrenzen nach Absatz 1 Nummer 2 bis 8 anzuwenden.

(5) Die Krankenhäuser ermitteln die Einhaltung der Pflegepersonaluntergrenzen anhand monatlicher Durchschnittswerte.

§ 5 § 7